31.10.2016

„Sie haben in unseren Herzen und Gebeten einen festen Platz“

Nach 144 Jahren haben die Waldbreitbacher Franziskanerinnen St. Wendel verlassen

Im Rahmen eines Gottesdienstes wurde Ende Oktober Schwester M. Ernesta Wolter (2. von links) feierlich aus St. Wendel verabschiedet. Unser Bild zeigt sie zusammen mit Generaloberin Schwester Edith-Maria Magar (2. von rechts), Generalrätin Schwester Evamaria Durchholz (links) und Hildegard Marx, der Oberin des Marienkrankenhauses. Foto: Heribert Frieling

St. Wendel. Sie sei an diesem Tag nicht gerade leichten Herzens nach St. Wendel gekommen, gab Schwester Edith-Maria Magar in ihrer Ansprache unumwunden zu. Schließlich, so die Generaloberin der Waldbreitbacher Franziskanerinnen, sei der Konvent in St. Wendel der achte, den die Gemeinschaft in den letzten drei Jahren aufgrund chronischen Nachwuchsmangels aufgeben müsse. Ende Oktober wurde in einem feierlichen Gottesdienst in der Kapelle des Marienkrankenhauses dieser Schritt mit der Verabschiedung von Schwester M. Ernesta Wolter vollzogen. Damit enden 144 Jahre, in denen die Waldbreitbacher Franziskanerinnen in St. Wendel segensreich gewirkt haben.

Sie hinterlassen Spuren – oder, wie es Hildegard Marx, die Oberin des Marienkrankenhauses, ausdrückte, „der Orden ist mit unseren Einrichtungen untrennbar verbunden“. Die Auflösung des Konventes dürfe allerdings kein Grund zum Jammern sein, vielmehr „müssen wir selbst dafür sorgen, dass sichtbar wird, wofür wir stehen“. Dies unterstrich auch Schwester Edith-Maria. Und sie machte ihren Zuhörern Mut, als sie feststellte, dass es in St. Wendel „viele Menschen gibt, die unser Erbe weitertragen“.

Schwester M. Ernesta Wolter hat 15 Jahre lang (in den letzten vier Jahren war sie alleine hier) in St. Wendel gelebt und gearbeitet – erst in der Seelsorge, in den letzten Jahren als Küsterin. Sie ist mittlerweile in den Konvent in Bad Neuenahr umgezogen und hat dort ein „neues Kapitel in meinem Leben aufgeschlagen“, wie sie sagt.

Auch wenn mit ihr die letzte Waldbreitbacher Franziskanerin St. Wendel verlassen hat, so werden der Orden und die Einrichtungen – also das Marienkrankenhaus und das Hospiz Emmaus – verbunden bleiben. Waldbreitbach und St. Wendel sind so weit nämlich auch nicht voneinander entfernt. Was aber mindestens genauso zählt, ist für Schwester Edith-Maria folgendes: „Sie haben in unseren Herzen und Gebeten einen festen Platz“.

 

 

 

Alles tun aus Liebe zu Gott, für Gott, mit Gott, um zu Gott zu gelangen.

Mutter Rosa Flesch