08.03.2017

„Ich will in dieser Gemeinschaft leben bis zu meinem Tod“

Schwester Dorothea-Maria feierte am 154. Stiftungsfest der Waldbreitbacher Franziskanerinnen ihre Ewige Profess

Schwester Dorothea-Maria Slabschie (links) verspricht vor der Generaloberin Schwester Edith-Maria Magar bis zu ihrem Tod nach den Gelübden Armut, Gehorsam und eheloser Keuschheit in der Gemeinschaft der Waldbreitbacher Franziskanerinnen zu leben. Foto: Andrea Schulze

Waldbreitbach. Der 13. März ist ein ganz besonderer Tag für die Waldbreitbacher Franziskanerinnen, denn an diesem Tag gedenken die Ordensfrauen der Gründung ihrer Gemeinschaft im Jahr 1863. An diesem Festtag feierte in diesem Jahr Schwester Dorothea-Maria Slabschie in der Mutterhauskirche ihre Ewige Profess und band sich damit für ihr ganzes Leben an die Ordensgemeinschaft. „Die Profess ist eine Feier der Befreiung“, so Generaloberin Schwester Edith-Maria Magar. Durch das Versprechen der Gelübde der Armut, des Gehorsams und der ehelosen Keuschheit sei sie frei für Gott und ein Leben in der Gemeinschaft. Schwester Edith-Maria steckte Schwester Dorothea-Maria als Zeichen für das Bündnis mit Gott den Trauring an, überreichte ihr das große Waldbreitbacher Kreuz als Symbol der Zugehörigkeit zur Ordensgemeinschaft und eine brennende Kerze als Sinnbild für Christus als Licht der Welt. 

Es war kein „klarer unverstellter Weg, auf dem Du in unsere Gemeinschaft gekommen bist“, erinnerte Generalrätin Schwester Evamaria Durchholz in der Predigt. Viel eher war es eine Suche, die die gelernte Industrie- und Personalkauffrau und ausgebildete Controllerin an verschiedene Stationen und auch den einen oder anderen Umweg geführt hat, bis sie 2007 in Assisi, der Heimat des Hl. Franziskus, spürte, dass der franziskanische Weg ihrer ist. Damals hatte Schwester Dorothea-Maria schon Kontakte nach Waldbreitbach. Es folgten weitere Besuche und zahlreiche intensive Gespräche. 2009 begann sie ihr Postulat, an das sich 2010 das Noviziat anschloss. Zwei Jahre lebte sie als Novizin in der Gemeinschaft, bevor sie sich 2012 in ihrer Ersten Profess für drei Jahre an die Waldbreitbacher Franziskanerinnen band. Diese Versprechen erneuerte sie 2015 noch einmal für zwei Jahre, um sich jetzt für immer für ein Leben in der Ordensgemeinschaft zu entscheiden.

„Es hat Zeit gebraucht, bis Schwester Dorothea-Maria spürte: Ich bin auf dem richtigen Weg. Es lohnt sich weiterzugehen“, so Schwester Evamaria Durchholz. Damit sei sie in guter Gesellschaft, denn auch der heilige Franziskus und die selige Mutter Rosa Flesch, die Ordensgründerin, verbrachten viele Jahre im Gebet und mit aufmerksamem Hören, bis sie eine Ahnung davon bekamen, was Gott mit ihnen vorhatte und bis sie ihre Berufung fanden.

Während der Zeit der Ordensausbildung als Novizin und als sogenannte Junioratsschwester wurde sich Schwester Dorothea-Maria immer sicherer, dass ein Leben als Ordensfrau ihre Berufung ist. In dieser Zeit befasste sie sich eingehend mit ihrer Beziehung zu Gott und dem Leben in Gemeinschaft. Die Solidarität mit Menschen in Not ist eine weiteres Thema in der Ordensausbildung, das Schwester Dorothea-Maria ganz besonders am Herzen liegt. Denn als sie noch in Hamburg lebte, engagierte sie sich unter anderem in der Hochschulgemeinde für hilfsbedürftige Menschen aus mehr als 40 Nationen.

Schwester Dorothea-Marias Wunsch, ihr Leben in der Ordensgemeinschaft zu verbringen, ist über viele Jahre gewachsen. Die Entscheidung hat sie sich gründlich überlegt. Und als sie vor dem Altar die Gelübde versprach und vor der Gemeinde sagte: „Ich will in dieser Gemeinschaft leben bis zu meinem Tod“, da spürte man die Freude, mit der sie diesen Schritt tut. 

 
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Mutter Rosa Flesch