Predigt von Richard Baus zur Fastnacht, 07.02.2016

Fastnacht 2016   (5. Sonntag im Jahreskreis C  Lk 5, 1-11)

 

Geliebte Schwestern, liebe Brüder,
wie alle Jahre, so jetzt wieder,
will ich es frohgemut nun wagen,
gereimte Töne anzuschlagen.

Das Wunder, das hier grad benannt,
das ist uns allen wohlbekannt.
Vom reichen Fischfang ist die Rede.
Das kennt ein jeder, eine jede.

Obwohl der Petrus skeptisch war,
sein Netz ist voll. Und sonnenklar:
Das hat er nicht allein geschafft:
Der Herr gab ihm dazu die Kraft.

Denn Jesus zeigt dem Petrus hier:
Der See, der ist zwar dein Revier,
doch wenn ich´s sag, nun sei mal still,
dann machen Fische was ich will.

Die schwimmen dann am hellen Tag,
was sonst kein Mensch je fassen mag,
dort in dein Netz rein, kaum zu glauben!
Auch wenn‘s dir den Verstand mag rauben.

Die Netze waren wirklich voll!
Der Petrus wird vor Staunen toll.
Dem Herrn, dem fällt er gleich zu Füßen,
um seinen Unglaub abzubüßen.

Doch DER setzt allem noch eins drauf,
so zeigt es der Geschichte Lauf:
Der Petrus soll jetzt, bitte sehr,
nicht länger Fische fangen mehr,

er soll jetzt Menschenfischer sein.
Dazu stellt Jesus ihn nun ein.
Der Petrus folgt ihm auch auf`s Wort
und geht von seinen Netzen fort.

Was vorher alles war so wichtig,
das ist ab jetzt nun null und nichtig.
Er folgt dem Herrn auf dessen Wegen
und wird für viele so zum Segen.

Er soll jetzt Menschenfischer sein,
so sagt’s der Herr ganz klar und rein.
Und was dem Petrus ist gesagt,
das auch mit uns zu tuen hat.

Auch wir, wir sollen Menschen fischen,
sie speisen hier an unseren Tischen
mit gutem Wort und heilgem Brot,
und Helfer sein in jeder Not.

Ums Fischen ist’s dem Herrn gegangen
und nicht um Menschen einzufangen.
Die Netze, um’s damit zu wagen,
sollen nicht fangen, sondern tragen.

Damit ein Mensch nimmt keinen Schaden,
wenn er wird Mitglied in „dem Laden“,
wenn er bei uns Gemeinschaft sucht…
Na ja, was Kleingeld wird schon abgebucht.

Doch hat er sich uns angeschlossen,
wird er nicht wieder ausgeschlossen,
wenn er nicht ist ganz „lupenrein“.
Nein, auch Sünder dürfen bei uns sein.

Sonst hätt selbst Petrus schlechte Karten,
und hätte lange müssen warten
auf einen Platz im Gottesreich,
denn heilig war auch er nicht gleich.

Wie oft hat er JA! JA! gesagt.
Doch dann hat er es nicht gewagt,
zu halten fest an seinem Wort.
Wenn er gebraucht wurd, war er fort.

Er war, wie wir, ein Mensch, nicht mehr.
Dass er nun steht im heilgen Heer,
ganz fest und ohne alles Wanken,
das kann er nicht sich selbst verdanken.

Der Herr ihm diese Ehre schenkt,
Der Herr ihn mit viel Liebe lenkt
bis Petrus endlich alles rafft.
Allein hätt der es nicht geschafft.

Ganz aus sich selbst wird kein Mensch heilig
und rennt und bet` er noch so eilig.
Das Heil, das kommt allein von oben,
damit kein Mensch sich selbst soll loben.

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In Rom hat man das lang vergessen.
Da war man eher drauf versessen,
selbst all die Heilige zu machen
mit Opfern, Bußen und so Sachen.

Dazu gab´s  Vorschriften in Massen
Gesetze viel, s’ war kaum zu fassen.
Nur wer die hält, ist ganz perfekt
ganz ohne Sünd und wie geleckt.

Nur so hat Zugang man zum Heil
und darf zum Tisch des Herren, weil
man dann entspricht der Norm, der hohen.
Den andern kommt man gern mit Drohen:

Ihr müsst zum Beichten gehen und büßen!
Enthalt’  Euch alle dem Schönen, Süßen!
Nur wer’s sich nicht zu leicht tut machen,
der hat am Ende was zu lachen.

Die andern gehen zur Hölle dann,
egal ob Frau, ob Kind, ob Mann.
Wer nicht gebüßt, nun spitzt die Ohren,
der hat sein Seelenheil verloren.

So künden sie´s in bunten Roben,
mit Gesten, ernst und abgehoben,
mit frommen und oft sauren Mienen -
dass jeder sieht: Dem Herrn sie dienen.

Bei dem gibts nämlich nichts zu lachen.
Da darf man keinen Spaß mal machen.
Da muß man runter auf die Knie.
Was andres wird es geben nie!

Ne zweite Ehe – O welch Graus!
Die kommt uns gar nicht erst ins Haus.
Wer sonst „was treibt“, ist abgeschrieben
und wird vom Tisch des Herren vertrieben.

Die Tradition ist A und O!
S’war immer so, s’ war immer so!
So klange es lange voller Macht.
Exkommuniziert - wer`s anders macht!

So wurd aus Jesu Frohbotschaft,
dann immer mehr ne Drohbotschaft.
Und wo beim Herrn noch strahlten Lichter,
gab’s bald Beerdigungsgesichter.

Ob so man Menschen fischen kann?
Ob das begeistert Frau und Mann
für unsern Herren Jesus Christ,
der selbst so nie gewesen ist?!

Er hat um Sünder sich gemüht -
egal wie hart und abgebrüht.
Er setzt mit ihnen sich zu Tisch
und teilt mit ihnen Brot und Fisch.

Er konnt verzeihen und vergeben,
ließ aufatmen und wieder leben.
Wer immer auch war ganz am Ende,
der fand bei Jesus seine Wende.

Wer zu ihm kam in tiefer Schuld,
dem schenkt der Herr sich voller Huld.
Der konnt geheilt dann gehn von dannen
und noch mal neu von vorn anfangen.

Ein Arzt war er für alle Kranken
und seine Lieb’  kannt’  keine Schranken.
Barmherzigkeit hat er gebracht
die selbst aus Sündern Heilige macht.

Der Petrus ist doch der Beweis.
Und Paulus auch - wie jeder weiß.
Und in der ganzen Heilgenschar,
so mancher erst ein Sünder war.

Nun haben wir das große Glück,
dass von dem Anfang nun ein Stück
sich wiederholt in unsren Tagen --
und das Erbarmen kommt zum Tragen.

Denn auf dem hohen Petrus-Stuhl,
sitzt ganz bescheiden, doch sehr cool,
ein Mann mit Fischer-Qualitäten –
den manche lieber wegtun täten…

weil er die Kirche renoviert -
und bei ihm alle Macht verliert,
wer nur auf Pomp und Druck will setzen.
Die sind die Messer echt am Wetzen.

Er hat mit Frömmlern nichts am Hut.
Doch tut er gerade denen gut,
die gar noch nicht sooo heilig sind
und für manch gutes Werk noch blind.

Weil er sich nicht gleich hoch erhebt
über den, der noch in Sünde lebt.
Sondern genau so einem sagen kann:
Bitte, bete für mich, guter Mann.

Denn ich bin auch ein Sünder nur.
Und um auf Jesu großer Spur
zu wandeln hier in dieser Zeit
da brauch auch ich Barmherzigkeit.

Barmherzigkeit, die alles wandelt.
die jeden Menschen gut behandelt
und jedem wieder Freude schenkt
der daran seine Hoffnung hängt.

Ein solcher Papst, der macht doch Mut,
weil er nicht dauernd nur so tut,
als wär er besser als die andern,
die mit ihm auf der Erde wandern.

Und mancher hält im Vatikan,
vor lauter Schreck die Luft nun an.
Denn „tun als ob“, man muß nicht raten,
das können auch ganz gut Prälaten.

Franziskus steht zu seinem Stil
mit dem er uns wohl sagen will:
Nicht ich
bin wichtig, sondern ER,
der uns berufen, er, der Herr.

Und jeder, der an Jesus glaubt,
der hat auf keinen Sand gebaut.
Auch wenn der Glaube ist nur klein,
der Herr, der läßt ihn nie allein.

Weil‘s Jesus doch am Ende ist,
der nach des Lebens langer Frist
barmherzig in den Arm uns nimmt
und sagt: Komm, mein geliebtes Kind.

War auch nicht alles gut in deinem Leben,
ICH werd Dich in den Himmel heben.
Denn vor dem Recht, ihr lieben Armen,
steht erst mal noch - mein groß‘  Erbarmen.

Und dies Erbarmen kennt kein Ende!
so klingt´s aus Rom. Was für ne Wende!
Der Papst stößt heilge Pforten auf,
läßt Gottes Liebe freien Lauf-

dass sie auf jeden Menschen trifft,
ob´s Müller paßt, oder auch nicht.
Und Gänswein wird auch nicht gefragt,
obwohl der ja ganz gern was sagt.

Doch was die sagen, ´s ist zum Flennen,
klingt so als würden sie noch gar nicht kennen
den neuen Papst - und das Erbarmen.
Was würde da wohl aus uns Armen,

wenn die dort säßen auf dem Platz,
auf dem Franziskus sitzt, der Schatz?
Ich wag es mir nicht aus zu denken.
Mög Gott, der Herr, es doch so lenken,

dass unser Papst noch lange lebt
und weiter seine Stimm erhebt
und kündet von Barmherzigkeit -
Denn so was braucht die Christenheit.

Und ich, ich bin mir da ganz sicher:
Er ist ein echter Menschen-Fischer,
so wie der Herr es hat gewollt.
Drum sei viel Achtung ihm gezollt.

Und was der Papst im Großen tut,
in tiefem Glauben und mit Mut,
das sollten wir im Kleinen wagen
und unsern Teil dazu beitragen.

Wenn wir barmherzig sind und handeln,
dann wird die Kirch‘ sich weiter wandeln.
Denn dann, da bin ich ganz, ganz sicher
auch wir, wir sind dann Menschenfischer,

wenn Netz für Groß und Klein wir werden,
für schwache Sünder hier auf Erden --
den Flüchtlingen und Armen, Kranken --
dann kennt die Liebe keine Schranken.

Ein Netz das trägt und nicht einfängt,
das Leben rettet, nicht einengt,
ein Netz, in dem man ist geborgen,
trotz vieler Schuld und mancher Sorgen -

das Menschen für uns gern ausbreiten,
mit einem Herz, `nem großen, weiten
so wie Franziskus dort in Rom
von wo jetzt kommt ein Freudenstrom.

Das lässt doch atmen und auch hoffen:
Die Himmelstür steht wieder offen -
auch für nen Sünder so wie mich.
Barmherzigkeit gibt es - sicherlich!

So lasst uns nur den Mut behalten
und unsre Kirche mitgestalten.
Franziskus macht es uns grad vor;
so laßt uns folgen ihm im Chor.

Und alle, die heut hierher kamen,
die segne Gott - ganz reichlich.    Amen

 

Ich danke schön für den Applaus
doch ist die Predigt wirklich aus.
Damit´s jetzt geht auch mal voran,
das Credo laßt uns stimmen an.

Alles tun aus Liebe zu Gott, für Gott, mit Gott, um zu Gott zu gelangen.

Mutter Rosa Flesch