„Ich will Menschen beistehen, die am Rande stehen“

Schwester M. Diane Tobossi feierte ihre Ewige Profess

Die Schwestern des Generalrates mit Generaloberin Schwester Edith-Maria Magar (rechts) freuen sich über ihre junge Mitschwester Schwester M. Diane Tobossi (2. von rechts), die am 4. Oktober sich mit der Ewigen Profess für ihr ganzes Leben an die Ordensgemeinschaft gebunden hat. Foto: Andrea Schulze

Waldbreitbach (as). Am Fest des Heiligen Franziskus, am 4. Oktober, feierte Schwester M. Diane Tobossi in der Mutterhauskirche ihre Ewige Profess und band sich damit für ihr ganzes Leben an die Ordensgemeinschaft. Das sei etwas ganz Besonderes, so Generaloberin Schwester Edith-Maria Magar: „Eine junge begabte Frau, der die ganze Welt offensteht, entscheidet sich, ins Kloster zu gehen“, sagte sie. „Gott hat dich gerufen, du hast diesen Ruf gehört und Ja gesagt zu einem Leben mit uns.“ Durch das Versprechen der Gelübde der Armut, des Gehorsams und der ehelosen Keuschheit sei sie frei für Gott und ein Leben in der Gemeinschaft. Schwester Edith-Maria steckte Schwester Diane als Zeichen für das Bündnis mit Gott den Trauring an, überreichte ihr das große Waldbreitbacher Kreuz als Symbol der Zugehörigkeit zur Ordensgemeinschaft und eine brennende Kerze als Sinnbild für Christus als Licht der Welt. 

Es war kein geradliniger Weg, der die 39-jährige Schwester Diane zu den Waldbreitbacher Franziskanerinnen geführt hat. Geboren wurde sie im Benin. Dass sie einmal in Deutschland leben und in einer Ordensgemeinschaft ihre Heimat finden würde, war nicht absehbar, auch wenn sie schon mit zehn Jahren zum ersten Mal daran dachte, Ordensschwester zu werden. Sie erlebte damals in ihrer Kirchengemeinde eine Schwester, die sie sehr beeindruckte. „So wie sie will ich auch einmal werden, war mein Wunsch“, erinnert sich Schwester Diane. Dieser Gedanke trat jedoch zunächst wieder in den Hintergrund. „Mit 18 Jahren wollte ich dann eher heiraten und Zwillinge bekommen“, sagt sie. Sie machte Abitur und begann ein Psychologiestudium. Damals war sie Mitglied in einer Gebetsgruppe. Zusätzlich suchte sie sich einen geistlichen Begleiter, „denn ich hatte immer wieder das Gefühl, dass mir etwas fehlt“, so Schwester Diane. Als sie an Exerzitien teilnahm, spürte sie, dass das Ordensleben ihr Weg sein könnte.

Die Suche nach einer geeigneten Gemeinschaft führte sie nach Deutschland. „Ich will caritativ tätig sein, Menschen beistehen, die am Rande stehen“, sagt sie. Um ihren Wunsch leben zu können, entschied sie sich für eine Kongregation, die im Benin eine Mission aufbauen wollte und kam vor zehn Jahren nach Hessen. „Anschließend wollte ich wieder zurück nach Afrika gehen“, so Schwester Diane. Es kam aber anders, sie verließ die Ordensgemeinschaft und orientierte sich neu. Sie fühlte sich von der Spiritualität der Waldbreitbacher Franziskanerinnen angesprochen und nahm Kontakt mit den Schwestern auf. Nach einem Gespräch mit der damaligen Generaloberin Schwester M. Basina Kloos kam sie zum Mitleben auf den Klosterberg. „Das gefiel mir gut und ich konnte mir vorstellen, die Gemeinschaft weiter kennenzulernen“, sagt sie. Sie hat die Ordensausbildung absolviert und studiert an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Vallendar Theologie. In den großen Exerzitien vor einigen Monaten spürte sie, dass sie vorbehaltlos Ja sagen kann zur ihrer Berufung, zum Ruf Gottes und zur Gemeinschaft der Waldbreitbacher Franziskanerinnen.

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