horizont
5 Mit deminterfranziskanischenNoviziat erhalten junge Frauen, die sich entschieden haben, einer franziskanischen Kongregation beizutreten, die Möglichkeit, sichkennenzulernenund einStück ihres Weges gemeinsam zu gehen. „Das ist ideal für uns, dennbis auf die drei Frauen, die sichden Franziskanerinnen von Reute angeschlossen haben, sindwir dochalleEinzelkinder inunseren Gemeinschaften“, so Schwester Simone-Maria. „Es gibt nichtmehr so viele jungeMenschen, die sich für das Ordensleben entscheiden“, ergänzt Schwester Franziska. Da müsse man neueWege gehen, über den Tellerrand der eigenenKongre- gation hinausschauen und ein stabiles Netzwerk knüpfen. Als die sieben Frauen imAlter von 23 bis 35 Jah- ren inHermeskeil eintrafen, waren sie gespannt, was auf sie zukommenwürdeundwie es gelingen würde, zweiMonate unter einemDach zu leben. „Wir sindaber gut zusammengewachsen“, freuen sich die Postulantinnen Magdalena Gäbler und Jessica Hartmann von den Reuter Franziskane- rinnen. Es sei sehr interessant, dieBesonderheiten der einzelnenGemeinschaftenzu erleben. „Trotz aller Unterschiede ist eine Geschwisterlichkeit unter uns entstanden“, soSchwesterM. LeaWas- ser,Novizinbei denFranziskanerinnenvonBon- landen. Während ihrer Zeit in Hermeskeil hatten die Schwesternandrei TagenproWocheUnterricht. Sie arbeiteten mit den historischen Franziskus- Quellen und setzten sich mit den Ordensgelüb- den, alsoArmut,GehorsamundeheloserKeusch- heit auseinander. Franziskanische Spiritualität standen ebenso auf dem Stundenplan wie die Grundlagen und das Einüben wertschätzender Kommunikation. „Wir habenviel undauchkon- trovers miteinander diskutiert“, erinnert sich SchwesterM. GenovevaGaßner,Novizinbei den Franziskanerinnen vonVöcklabruck inOberös- terreich.Dennochhätten sie immer gespürt, dass sie eine gemeinsame Mitte haben. Damit die jungen Frauen während der zwei Monate auchdiePraxis imBlickbehielten, absol- vierten sie an zwei Tagen proWoche ein Prakti- kum in einer sozialen Einrichtung. „Gleichzeitig lebten wir den Alltag gemeinsam und hatten dabei auch viel Spaß miteinander“, so die Junio- ratsschwesterM. JohannaGräter vondenReuter Franziskanerinnen. Ein wesentliches Element seien die Gebetszeiten gewesen, die sie selbst gestalteten. Unter anderem dabei hätten sie die spirituellen Besonderheiten der jeweiligen Kon- gregation erspüren können. Obwohl sie alle inderGruppe voll integriert sind, „fühlt sich jede Schwesterweiterhin sehr verbun- denmit ihrer Gemeinschaft, in der sie zu Hause ist“, freut sichSchwester Elvira. Sie empfindet die Zeit mit den lebensfrohen jungenOrdensfrauen als einbesonderesGeschenk. „IhreLebendigkeit, die Offenheit und ihr Vertrauen werden bei mir noch langenachwirken“, sagt die 70-jährigeFran- ziskanerin von Amstetten. AuchdieNovizinnennehmeneine ganzeMenge mit nach Hause. Es war eine äußerst intensive Zeit, inder sie viel gelernt undauchgelacht haben. „Wir haben einen Schatz erhalten, den wir wei- terentwickeln wollen“, so M. Hannah Piterek, Novizin bei den Dillinger Franziskanerinnen. „Wirwerdenganz sicher auch inZukunft inVer- bindung bleiben.“ Eine WhatsApp-Gruppe haben sie dafür schon gegründet. Wlanien: So nannten die sieben jungen Ordensfrauen den Platz im Haus, an dem sie den besten Internet- empfang hatten. Hier trafen sie sich in ihrer freien Zeit, – oft zusammen mit ihren Begleiterinnen – um E-Mails zu checken und im Internet zu surfen. Foto: as
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