horizont
4 Die eigene Berufung entdecken Kennengelernt hat Schwester JuttaMariaMus- ker dieWaldbreitbacher Franziskanerinnen, als sie bei Schwester M. Marlene Eichhorn an ei- nem Eutonie-Kurs teilnahm. Damals sei sie schon auf der Suche nach einer Ordensgemein- schaft gewesen, erinnert sie sich. Denn als junge Ärztin für Allgemeinmedizin wollte Schwester Jutta Maria, die in London geboren wurde und mit zehn Jahren nach Bayern zog, gerne in der Mission arbeiten. Im Dezember 1987 nahmsie an Exerzitien bei denWaldbreit- bacher Franziskanerinnen teil und kam an- schließend regelmäßig zur geistlichen Beglei- tung auf den Klosterberg. „In dieser Zeit wurde derWunsch, dieser Gemeinschaft anzu- gehören, immer größer“, sagt sie. Ihre Gottes- beziehung sei gewachsen und sie habe gespürt, dass dieWaldbreitbacherFranziskanerinnendie richtige Gemeinschaft für sie ist. Ihr Wunsch in einem Land der sogenannten DrittenWelt zu leben und zu arbeiten, ging für sie bei denWaldbreitbacher Franziskanerinnen in Erfüllung: Drei Jahre lang, von 2000 bis 2003, war sie in den Niederlassungen der Ge- meinschaft imNordosten Brasiliens tätig. An- schließend, nachdem sie wieder nachDeutsch- land zurückgekehrt war, arbeitete sie als Ärztin im St. Antonius-Krankenhaus Wald- breitbach und absolvierte die Ausbildung zur Psychotherapeutin. Ihre Entscheidung, vor 22 Jahren in die Ge- meinschaft einzutreten, sei genau der richtige Schritt gewesen, sagt sie. Denn bei den Wald- breitbacher Franziskanerinnen habe sie die Heimat gefunden, die sie als junge Frau ge- sucht hatte. Schwester Jutta Maria Musker Bacabal (as). „Unter denMädchen, die an un- serem Kinderprojekt Madre Rosa teilgenom- men haben, sind immer auch einige, die gerne den Kontakt zu uns Schwestern halten möch- ten, wenn sie mit 14 Jahren das Projekt verlas- sen“, so Regionaloberin Schwester Gabriele- Maria Schmidt. Für diese Mädchen und jungen Frauen haben die Schwestern die Gruppe Berufungspastoral eingerichtet. Und dabei gehe es nicht darum, Nachwuchs für die eigene Gemeinschaft zu gewinnen, betont Schwester Gabriele-Maria. Es gebe viele ver- schiedene Berufungen. Die eigene zu entde- cken und diese dann auch zu leben, „darin wollen wir die Mädchen unterstützen und sie darüber hinaus beim Erwachsenwerden be- gleiten“, sagt sie. „Es geht uns darum, ihnen Hilfestellung zu geben, damit ihr Lebensweg gelingt.“ Alle zwei Wochen treffen sich die jungen Frau- en reihum bei einer von ihnen zu Hause oder im Konvent der Schwestern. Geleitet wird die Gruppe von Schwester M. Lucia Teixeira Ver- de, von Schwester M. Rita Pereira da Silva und Maria da Conceicao. Die pädagogische Leite- rin des Kinderprojektes Madre Rosa ist eine der Initiatorinnen der Gruppe. Mit dabei ist häufig auch Milena Nascimento da Silva. Die 22-Jährige hat imAugust des letzten Jahres bei den Waldbreitbacher Franziskanerinnen in Brasilien ihre Kandidatur begonnen und „ist für die Mädchen eine interessante Gesprächs- partnerin“, so Schwester Gabriele-Maria. Die Gruppe Berufungspastoral traf sich mit Sr. Jutta Maria Musker (2. v.l.), die anlässlich der Jubiläumsfeierlichkeiten Mitte November nach Brasilien gereist war. Foto: red
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