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5 Mutter Rosa wird in der ganzen Welt verehrt Waldbreitbach. Von Argentinien bis Vietnam, von Brasilien über Südafrika und Singapur bis nach Japan – überall auf der Welt wird Mutter Rosa, die Gründerin der Ordensge- meinschaft der Waldbreitbacher Franziska- nerinnen, verehrt. Denn bereits kurz nach ihrer Seligsprechung am 4. Mai 2008 im Ho- hen Dom zu Trier gingen bei der Ordenslei- tung in Waldbreitbach die ersten Anfragen und Bitten um eine Reliquie der Seligen ein. Bei Reliquien unterscheidet man zwischen solchen 1. Klasse und sogenannten Berüh- rungsreliquien. Bei Letzteren handelt es sich um Gegenstände, mit denen der oder die Selige nachweislich in Kontakt gekommen ist – beispielsweise also eine Perle vom Rosen- kranz Mutter Rosas, wie sie in der Ausstellung „Die selige M. Rosa Flesch und ihre Gemein- schaft“ in Waldbreitbach zu sehen ist. An Berührungsreliquien – und zwar einem Par- tikel vom Sarg, in demMutter Rosa beigesetzt wurde – sind in den vergangenen zehn Jahren 1.158 in 44 Länder versandt worden. Dass Brasilien dabei zahlenmäßig ganz weit vorn liegt, dürfte mit der Präsenz und dem Enga- gement des Ordens dort zusammenhängen. Bei den Reliquien 1. Klasse sieht es da ein wenig anders aus. Es sind dies Reliquien ex ossibus, also Partikel eines Knochens der Se- ligen. Wenn eine Anfrage nach Überlassung einer solchen Reliquie inWaldbreitbach ein- geht, dann wird der betreffende Ortsbischof kontaktiert. Dieser muss die Anfrage schrift- lich befürworten und darlegen, dass die Re- liquie im Sinne der Verehrung der Seligen einen würdigen Platz im jeweiligen Gottes- haus findet. 16 Reliquien 1. Klasse haben seit 2008 den Weg in die Welt genommen – von der Mutter-Rosa-Kapelle in den Loreley- Kliniken in Oberwesel bis Mexiko und Bra- silien, nach Kasachstan oder in die Ukraine. Mutter Rosa hatte ein Herz, das die Welt umspannte – das galt zu Lebzeiten und das gilt heute, gut zehn Jahre nach ihrer Selig- sprechung. In der Ausstellung über die Ordensgeschichte ist auch diese Berührungsre- liquie zu sehen – eine kunstvoll gefasste Perle aus dem Rosenkranz Mutter Rosas Foto: hf Die Sendung der Gemeinschaft „lebt in vielen Herzen fort“ Nach 115 Jahren haben die Waldbreitbacher Franziskanerinnen Kaisersesch verlassen Kaisersesch. 1903, und damit noch zu Lebzei- ten der Gründerin, der seligen Mutter Rosa, war die Niederlassung des Ordens in Kaisers- esch gegründet worden. 115 Jahre haben die Waldbreitbacher Franziskanerinnen hier se- gensreich gewirkt – zunächst in der Kranken- pflege, der Kinderbewahrschule und der Hand- arbeitsschule und in den letzten Jahrzehnten im Seniorenzentrum St. Josef. Mitte Oktober nunwar Generaloberin Schwester Edith-Maria Magar „schweren Herzens“, wie sie in ihrer Ansprache amEnde des feierlichen Erntedank- Gottesdienstes betonte, nach Kaisersesch ge- kommen, um den Konvent aufzuheben. Es ist
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