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6 Waldbreitbach/Cotonou (as). „Ich war tief beeindruckt von der Spiritualität der Afrika- nerinnen“, sagt Schwester M. Michaele Rohde. Die Waldbreitbacher Franziskanerin ist für die Begleitung und Ausbildung junger Frauen zuständig, die sich der Ordensgemeinschaft anschließen wollen. Anfang Februar flog sie in das westafrikanische Land Benin, um sich in Cotonou mit sieben afrikanischen Frauen zu treffen, die sich für die Waldbreitbacher Franziskanerinnen interessieren. Begleitet wurde Schwester Michaele von Schwester M. Diane Tobossi, die selbst aus dem Benin stammt und 2013 bei den Waldbreitbacher Franziskanerinnen eingetreten ist. „Wir verbrachten dreieinhalb Tage miteinan- der“, so Schwester Michaele. Die Frauen im Alter von 18 bis 32 Jahren hatten durch Mundpropaganda von der Veranstaltung mit den Waldbreitbacher Franziskanerinnen gehört. Sie alle interessieren sich für das Or- densleben und wollten etwas über die deut- sche Gemeinschaft erfahren – über ihre Spiritualität, die Gründerin Mutter Rosa, Franziskus und den Sendungsauftrag der Gemeinschaft. Sie wollten wissen, wie für sie ein Leben in einer deutschen Ordensgemein- schaft aussehen könnte. So ist es für eine der Frauen zum Beispiel ausgesprochen wichtig, dass sie nach Abschluss ihres Jurastudiums auch als Ordensfrau als Rechtsanwältin arbeiten kann. Fünf der sieben Frauen studie- ren derzeit, zwei arbeiten als Sekretärinnen. „Jede von ihnen ist tief imkatholischen Glauben verwurzelt“, so SchwesterMichaele. „Sie gehen mit Gott durch den Tag und leben mit der Bibel.“ „Es war gut, die Frauen in ihrer Heimat zu er- leben“, freut sich Schwester Michaele. Obwohl sie nur wenige Tage miteinander verbrachten, habe sie die Frauen gut kennenlernen und intensive Gesprächemit ihnen führen können. Dabei ging es vor allem auch darum, weshalb sie mit dem Gedanken spielen, sich einer deutschen Gemeinschaft anzuschließen. Denn man müsse ganz ehrlich sein: „Ihre Spiritualität unterscheidet sich schon sehr von unserer deutschen“, sagt Schwester Michaele. Vor allem gehöre im Benin das Tanzen dazu. Die Menschen tanzen in allen Lebenssituationen und damit auch in der Kirche. Tanzen gehört zu ihrer Spiritualität. „Ich hätte gerne noch mehr Zeit mit den jun- gen Frauen verbracht“, bedauert Schwester Michaele. Mitgebracht hat sie zahlreiche Kontakte und viele Fragen, die beimGeneral- kapitel im Juni Thema sein werden. „Wir müssen uns entscheiden, wie die Arbeit mit interessierten Frauen im Benin weiter geht“, so Schwester Michaele. „Und es stellt sich auch die Frage, ob wir die Verantwortung dafür übernehmen können, dass die afrikani- schen Frauen in unserer Gemeinschaft in Deutschland heimisch werden.“ Tanzen gehört zu ihrer Spiritualität Schwester M. Michaele Rohde und Schwester M. Diane Tobossi trafen sieben junge Frauen im Benin, die sich für die Ordensgemeinschaft der Waldbreitbacher Franziskanerinnen interessieren Schwester M. Michaele Rohde mit sechs der sieben Frauen aus dem Benin, die sich für die Ordensgemein- schaft der Waldbreitbacher Franziskanerinnen interessieren. Foto: red

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