horizont
6 Szene Nummer 2 spielt amLebensende, zu der Zeit, als die Ordensgründerin schon viele Jah- re kaltgestellt ist und ihr Leben unerkannt als Gartenschwester fristet. Im Zwiegespräch mit einer jungen Mitschwester namens Marcella, die den Auftrag hat, ihr Leben niederzuschrei- ben, schildert Mutter Rosa rückblickend, wie es dazu hat kommen können, dass sie ausge- trickst und totgeschwiegen wurde. Der Zu- schauer erlebt eine Frau, die ihr Schicksal er- duldet und angenommen hat, weil sie ihrWerk nicht gefährden wollte. Die beiden Szenen, gleichermaßen gut recher- chiert wie gespielt, beeindruckten die Zu- schauerinnen und Zuschauer sehr. In der an- schließenden Diskussion ging es dann auch umdie Frage, was Mutter Rosa denMenschen heute zu sagen hat – und das in einer Zeit, in der das Gesundheitssystem immer mehr von wirtschaftlichen Zwängen bestimmt und ver- gessen wird, welch unschätzbarenWert christ- liche Nächstenliebe gerade im Umgang mit kranken und alten Menschen darstellt. Ausgetrickst – totgeschwiegen – und doch gewonnen St. Wendel. Das Leben und Wirken Mutter Rosas stand im Mittelpunkt der Theaterauf- führung, die am 18. Juni, also am Vorabend des Gedenktages der seligen Mutter Rosa, im Marienkrankenhaus stattfand. Unter dem Ti- tel ausgetrickst – totgeschwiegen – und doch gewonnen brachte die Fraueninitiative St. Wen- deler Stadtgeschichte ihren rund 50 Zuschau- erinnen und Zuschauern an diesemAbend die Gründerin der Ordensgemeinschaft derWald- breitbacher Franziskanerinnen szenisch näher. Die erste Szene spielt vor der Gründung der Gemeinschaft. Margaretha und ihre leibliche Schwester Marianne (diese litt an Epilepsie) sehen sich damit konfrontiert, dass sie die Klau- se in der Kreuzkapelle an der Wied verlassen müssen und nicht wissen, wie es mit ihnen weitergehen soll. Während Marianne voller Sorgen skeptisch in die Zukunft schaut, ist sich Margaretha gewiss, dass sie es schaffen werden, auch wenn sie mittellos sind. Ihr (nennen wir es in diesem Zusammenhang) Kapital ist ihre grenzenlose Zuversicht, die sie aus ihrem un- erschütterlichen Vertrauen in Gott bezieht. Ausgetrickst – totgeschwiegen – und doch gewonnen , so lautete der Titel des Stückes, mit dem die Fraueninitiative St. Wendeler Stadtgeschichte ihrem Publikum das Leben undWirken Mutter Rosas szenisch näher brachte. Fotos: red
RkJQdWJsaXNoZXIy MzUyNzc=