Horizont 2015-01 - page 3

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horizont
Erdbeben“, erinnert sich Schwester M. Irm-
gardis nur zu genau.
Die Bildungsarbeit hält Einzug auf dem Klos-
terberg. Die Angebote für die Schwestern (da-
mals zählt die Gemeinschaft noch fast 1.000
Schwestern) zielen darauf ab, „Charismen frei-
zuklopfen“, sagt sie und wird nicht müde zu
betonen, wie wunderbar Rektor Werner Zer-
faß die Gemeinschaft dabei unterstützt hat.
Alle Angebote (natürlich auch die für die Mit-
arbeiter) gründen auf der Heiligen Schrift, und
deshalb kann Schwester M. Irmgardis es heute
noch nicht verstehen, dass die Waldbreitba-
cher Ordensleitung gerade auch von anderen
Gemeinschaften angefeindet wurde, mit ih-
rem Reformeifer die Moral zu untergraben
und Traditionen zu zerstören.
Zwölf Jahre, von 1976 bis 1988, ist Schwester
M. Irmgardis Generaloberin der Gemein-
schaft. Geht anschließend auf der Suche nach
einer neuen Herausforderung zu ihren Mit-
schwestern in die USA und findet dort – „das
war kein Zufall“ – ihre neue Bestimmung: die
Hospizarbeit. Sie lernt Elisabeth Kübler-Ross
kennen, besucht ihre Seminare und freundet
sich mit ihr an (Kübler-Ross gilt zusammen
mit Cicely Saunders als Begründerin der mo-
dernen Hospizbewegung).
Eigentlich will sie in den USA bleiben. Da er-
reicht sie eines Tages der Anruf von Schwes-
ter M. Emanuela Henneken, die ihr von dem
geplanten Hospiz-Projekt in Erkrath-Hoch-
dahl erzählt. „Schweren Herzens“ kehrt
Schwester M. Irmgardis nach Deutschland
zurück, weiß aber zwischenzeitlich, dass dies
„eine glückliche Fügung“ war, und wird
durch ihre Arbeit in Hochdahl zu einem Pio-
nier der Hospizarbeit in Deutschland.
Mittlerweile ist sie 84 Jahre alt, hat sich auch
„bis auf die Sonntagspastoral“ aus der Hos-
pizarbeit in Hochdahl zurückgezogen. In
Kürze steht der Umzug nach Bad Breisig an.
„Hier können wir das Hospiz im Gebet wei-
ter tragen“, sagt sie.
„Zeit, um über das
Wichtige nachzudenken“
Waldbreitbach/Hausen (fs).
„Ich sehnte mich
einfach nach ein bisschen Ruhe“ – „Ich war
neugierig auf die franziskanische Lebens-
weise“ – „Ich suchte eine Gemeinschaft, in
der ich mich Gott nahe fühlen kann“… So
unterschiedlich die Frauen und Männer
beim „kloster.mit.leben“ waren, so unter-
Beim „kloster.mit.leben“ verbrachten junge Frauen und Männer ein Wochenende gemeinsam
mit Franziskanerschwestern und -brüdern
schiedlich waren auch ihre Beweggründe,
warum sie für ein Wochenende in ein Klos-
ter eingezogen sind. Zu diesem besonderen
Mitleben-Angebot hatten die Waldbreitba-
cher Franziskanerinnen und die Franziska-
nerbrüder vom Heiligen Kreuz in Hausen
gemeinsam Anfang Oktober eingeladen,
Beim „kloster.mit.leben“ derWaldbreitbacher Franziskanerinnen tauchten junge Frauen für drei Tage in die Klos-
terwelt. Die Schwestern sehen es als ihre Aufgabe an, auch für junge Menschen da zu sein, ihnen Unterstützung
anzubieten und Ordensleben für sie erlebbar zu machen. Foto: fs
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