HORIZONT
4 nicht alles so wie es vorher war. „Im Haus trage ich immer einen Mund-Nasen-Schutz, auch wenn dadurch die Verständigung manchmal etwas schwierig wird. Zudemmuss ich darauf achten, Abstand zu halten“, sagt Schwester Renata. Aber gerade Berührungen seien für viele ältere Menschen, die beispiels- weise dementiell verändert sind oder aus anderen Gründen nicht mehr sprechen kön- nen, eine Möglichkeit der Kommunikation. „Die Nähe, das Halten der Hand, streicheln oder eine Umarmung tun ihnen so gut, aber darauf müssen wir derzeit aus Hygiene- gründen leider verzichten“, bedauert sie. Auch die monatlichen Wort-Gottes-Feiern, die sie seit Jahren für die Bewohnerinnen und Bewohner anbietet, können derzeit nicht stattfinden. Besonders schmerzlich sei es, dass zudem die Verabschiedungsfeiern auf den Wohnbereichen, mit denen die Mitbe- wohner von einem Verstorbenen Abschied nehmen konnten, wegen der Infektionsge- fahr ersatzlos gestrichen wurden. Aber das Wichtigste sei, dass sie wieder das Haus betreten und die Bewohner begleiten könne. „Denn die Menschen liegen mir sehr am Herzen“, sagt sie. Schwester Marina Buding betreut Senioren imMargaretha-Flesch-Haus in Hausen, eigent- lich hatte sie beruflich aber ganz andere Pläne… „Ich bin dem Herrgott im Nachhinein dankbar dafür“ Hausen (sp). „Für mich ist es das schönste, wenn ich unseren Bewohnern ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann“, sagt Schwester Marina. Seit 2016 ist sie im Margaretha- Flesch-Haus tätig. Sie betreut hier im Sozi- alen Dienst die Bewohner des Alten- und Pflegeheims. Zusammen mit ihren Kolle- ginnen und Kollegen bietet sie ein buntes Freizeitprogramm für die Senioren an – von Gymnastik, über Bingo bis hin zur gemein- samen Singrunde ist alles dabei. Zugleich kümmert sich die 45-Jährige zusammen mit Schwester M. Jakobia Kreischer um ihre betagten Mitschwestern, die in der Einrich- tung leben. Eine Aufgabe, die ihr sehr am Herzen liegt. Dass sie sich einmal als Ordensschwester in einem Seniorenheim um ältere Menschen kümmern würde, hätte Schwester Marina vor 30 Jahren wohl kaum für möglich gehalten. Als Jugendliche spielte sie Basketball (unter anderem eine Saison in der Regionalliga), schwamm bei der DLRG und wollte zur Poli- zei. Die schriftliche Aufnahmeprüfung wurde ihr damals allerdings zumVerhängnis. Heute ist sie froh darüber. „Ich bin demHerrgott im Nachhinein dankbar dafür“, sagt sie. Aufgewachsen ist Schwester Marina im Münsterland. Für den Glauben habe sie sich schon früh interessiert, erzählt sie. Als junge Erwachsene engagierte sie sich in der Jugend- arbeit der Kapuziner und kam so das erste Mal mit demOrdensleben in Berührung. Das habe sie sehr beeindruckt und den Anstoß gegeben, nach einem Frauenorden Ausschau zu halten. Franziskanisch sollte er sein, das war klar. „Ich habe mir eine Liste mit fran- Schwester Marina gestaltet zusammen mit ihren Kollegen vom So- zialen Dienst im Margaretha-Flesch-Haus das Freizeitprogramm für die Senioren. Foto: sp
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