Predigt von Richard Baus zum 18. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr A

Mt 14, 13-21
  

Liebe Schwestern und Brüder,

kennen Sie das? Sie sitzen in einem Zugabteil mit einigen Leuten zusammen, die Sie nicht kennen - und Sie haben Lust auf ein Stück Schokolade. Sie haben auch eine ganze Tafel im Gepäck. Aber wenn Sie die jetzt rausholen und anbrechen, dann müssen Sie -zumindest wenn Sie nicht als unhöflich gelten wollen-, auch den anderen davon anbieten - und vielleicht sogar mit ihnen teilen.
1 Tafel Schokolade geteilt durch 4 oder 6 ---- was bleibt da noch für Sie selbst übrig. Also bleibt die Schokolade wo sie ist - und Sie schieben Hunger. Freuen sich dann aber auf eine ganze Tafel für Sie alleine…
Sie kennen das.

Ich habe einmal eine wunderschöne Auslegung des heutigen Evangeliums gehört, die sich auf dem eben gehörten Hintergrund entwickelt.
Da erzählte der Prediger, wir sollten ruhig davon ausgehen, dass die Leute, die da Jesus gefolgt sind, sicher alle was zu essen in ihren Taschen hatten. Kein Mensch würde einfach von zu Hause weglaufen, ohne sich nicht wenigstens einen Brotfladen oder ein paar getrocknete Früchte in die Tasche zu stecken; das machte man wohl mehr oder weniger gewohnheitsmäßig, wenn man wegging - weil Geschäfte, Restaurants oder so was, wo man sich unterwegs hätte versorgen können, die gab es damals nicht.
Aber - jeder hatte nur was für sich selber dabei. Ein wenig. Und -wie gesagt- wenn man das bisschen teilen soll, dann bleibt für einen selbst nicht mehr viel übrig. Also alles in der Tasche lassen und aufheben, bis man wieder alleine ist.

Doch dann greift Jesus ein und er verhandelt mit seinen Jüngern - mit dem Ergebnis, dass die tatsächlich von irgendwoher fünf Brote und zwei Fische auftreiben - das, was sie sich vielleicht selbst am Morgen in die Tasche gesteckt hatten.
Und Jesus geht wohl sehr demonstrativ mit diesen Gaben um: Er nimmt sie in die Hände, er segnet sie, er bricht die Brote und lässt sie austeilen. Gesten und Gebärden, die sicher alle sehr deutlich mitbekommen haben, denn alle schauen auf ihn, seinetwegen sind alle gekommen; und sie wollen sich nichts entgehen lassen von dem, was er sagt und tut.
Und so sehen sie was er tut: Er hält nichts ängstlich zurück, er versteckt nichts für sich selbst, sondern er teilt. Das wenige, das da ist, das bricht er in Stücke und teilt sie aus. 

Und dann, so der Prediger, ereignet sich das Wunder:
Diese Leute, die alles gut in ihren Taschen versteckt gehalten haben, ändern ihr bisheriges Verhalten - und sie machen auch, was Jesus tut: Sie teilen. Sie packen aus, was sie in ihren Taschen haben - und teilen es mit den anderen - und alle werden satt.
Es bleiben sogar noch 12 Körbe voll Brotstücken übrig.

    
Liebe Schwestern und Brüder,

wie finden Sie diese Auslegung?
Ein Jesus, der nicht Brot, also Materie vervielfacht und vermehrt, sondern der an die Herzen der Menschen herankommt und dort etwas verändern kann, der die Herzen öffnen kann, öffnen für andere, für die Mitmenschen.

Ein Wunder, das nicht darin besteht, das Jesus Herr ist über Brote und Fische, sondern Herr über die Herzen der Menschen.

Mir gefällt diese Auslegung sehr gut - und ich bin dankbar dafür, dass ich sie hören durfte -- weil sie mir Jesus sehr nahe bringt, ihn und die besondere Art seines Wunders, so dass ich wirklich etwas von ihm lernen kann: Nämlich teilen.

   
Liebe Schwestern und Brüder,

Brot vermehren, das können wir wirklich nicht und das werden wir nie können -
aber wir können teilen.

Und wenn wir das wirklich noch einmal neu von Jesus lernen würden, zu teilen - unser Brot, unser Geld, unsere Zeit und unsere Freundlichkeit,
wie anders sähe dann bestimmt unsere Welt aus.

Das wäre dann wirklich ein Wunder.
Und wir hätten daran mitgewirkt.

Alles tun aus Liebe zu Gott, für Gott, mit Gott, um zu Gott zu gelangen.

Mutter Rosa Flesch

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